Das Freilandmuseum Oberpfalz als staatlich anerkannte Umweltstation

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Die staatlich anerkannten Umweltstationen, von denen es im Freistaat nunmehr 60 gibt, sind Einrichtungen der außerschulischen Umweltbildung. Ihre Zielsetzung ist die wohnortnahe Versorgung der Menschen mit Bildungsangeboten für eine nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft.

Das soll mit einem flächendeckenden Netz von Umweltstationen realisiert werden, sodass in Bayern eine wohnortnahe Umweltbildung und Bildung zur nachhaltigen Entwicklung ermöglicht wird. Dieses Netz ist zusammengesetzt aus verschiedenen öffentlichen und privaten Institutionen, wie Kommunen, Umweltverbänden, Volkshochschulen, Kreisjugendringen, Schullandheimen, Kirchen oder Klöstern. Die bayerischen Umweltstationen werden vom Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz finanziell gefördert.

Das Freilandmuseum Oberpfalz wurde am 1. Juni 2018 zur staatlich anerkannten Umweltstation, die feierliche Übergabe der Anerkennungsurkunde erfolgte am 6. Mai 2019 an die damalige Leiterin Birgit Angerer – und passend zur Umweltstation geschah das im Rahmen der Eröffnung der Weltwasserwoche, einem von vielen Angeboten des Museums, das der Vermittlung von Umweltbewusstsein an junge Menschen dient. Im Rahmen dieser jährlich stattfindenden Projektwoche besuchen über 2000 Schüler*innen das Museum und lernen von zahlreichen geladenen Expert*innen über Umwelt- und Wasserschutz.

Das Freilandmuseum Oberpfalz, das übrigens die achte Einrichtung in der Oberpfalz und das erste Freilichtmuseum in Bayern mit dem Prädikat als anerkannte Umweltstation ist, hat sich zum Ziel gesetzt, bei Jung und Alt das Bewusstsein für ein verträgliches Leben mit der Natur zu stärken. Das Museum zeigt die Kulturlandschaft der Oberpfalz vor bis zu 200 Jahren, und das auch, damit dem Besucher vor Augen geführt wird, was sich seitdem in Sachen „naturnahes Leben“ verändert hat. Das Vermittlungsangebot des Freilandmuseums ist vielseitig: Führungen, Vorträge, Workshops und regelmäßige Großveranstaltungen informieren über verschiedenste Bereiche der Umweltbildung, sodass (nicht nur) junge Menschen umweltgerechtes Wissen erlangen können.

Im Mittelpunkt steht der Mensch als Individuum im Kontext von Natur und Kultur: Es wird aufgezeigt, wie der Mensch mit und in der Natur leben und sich schützen kann. Dazu wird Nachhaltigkeit im Museum besonders in den Fokus gerückt, die Zusammenhänge von Bewirtschaftung und Artenreichtum, Sortenvielfalt bei Kulturpflanzen und nachhaltige Lebensstile werden vermittelt. Die Umweltstation führt nicht nur durch die Umwelt- und Nachhaltigkeitsangebote, sie entwickelt diese auch stetig neu und weiter.

Das Freilandmuseum ist Biotop und Artenhotspot. Das Museumsgelände bietet zahlreichen Wildtieren einen idealen Lebensraum mit reichem Nahrungsangebot. Hier haben verschiedenste Vögel und Amphibien, Falter, Libellen, Wildbienenarten und Fledermäuse, darunter die stark gefährdete Mopsfledermaus, ihr Zuhause.

Zudem bemüht sich das Museum um den Erhalt alter, teils bedrohter Nutztierrassen wie das Rote Höhenvieh, das in der Oberpfalz in der Vergangenheit beinahe ausgestorben war. Am jährlich sattfindenden Tag der alten Haustierrassen wird der Besucher an solche alten Arten herangeführt und kann ein Bewusstsein dafür entwickeln, wie wichtig der Erhalt dieser Rassen ist, die zur Identität der Oberpfälzer Region gehören.

In den Bauerngärten des Freilandmuseums werden alte Obst- und Gemüsesorten angebaut. Hier erleben die Besucher Nutzgärten, wie sie noch vor einigen Jahrzehnten typisch für das ländliche Leben waren. In Garten- und Kräuterführungen lernen die Besucher von den praxisfahrenden Expert*innen und erfahren mehr über unterschiedliche Heilpflanzen und ihre Anwendung. So werden die Verbundenheit zur Natur und das Wissen über ihre Möglichkeiten, das in der Vergangenheit noch ganz selbstverständlich zum Alltag der Menschen gehörte, vor Augen gestellt.

Auch die Ausstellungen des Freilandmuseums Oberpfalz beschäftigen sich immer wieder mit den Themen der Umwelt und Nachhaltigkeit; so zum Beispiel die seit 2019 gezeigte Ausstellung „Das richtige Holz“, die das Thema Wald in all seinen Facetten beleuchtet. Hier geht es um die Nutzbarkeit des Waldes und darum, zu zeigen, dass der Mensch ohne den Wald nicht leben kann – und damit auch, wie schützenswert dieser ist. Die Ausstellung vermittelt wertvolles Wissen rund um´s Holz und knüpft auch an den für das Freilandmuseum zentralen Themenbereich „Nachhaltiges Bauen“ an. Das Museum setzt beim Neubau von Gebäuden auf nachhaltige Bauweisen und bezieht das Baumaterial aus dem eigenen Holzbestand. So wird ein Zeichen für nachhaltiges Bauen gesetzt – denn das Freilandmuseum Oberpfalz steht nicht nur für die Bewahrung von Zeugnissen der Vergangenheit, sondern auch für die Bewahrung unserer Umwelt für die Zukunft.